Leise rieselt der Schnee – Leise fährt das Auto

Elektroauto im Winter- mit der E-Auto-Generation 2017 und Tesla kein Problem. Aber mit dem „kleinen“ eGolf geht’s auch.

Was machen wir, wenn Janbeck*s im Dezember zum Elektroauto-Treffen einladen? Na hinfahren.

Die Streckenplanung sieht bei diesen Temperaturen anders aus: die Fahrzeugbatterie gibt ohne Temperaturmanagment nicht so viel Reichweite frei und frieren wollen wir auch nicht. 100km schafft der eGolf immer, aber Autobahn mit 120km/h und Heizung, da wird das schon mal knapp. So plante ich alle 70-80km eine Ladestation. Mit Restreichweite von 10-20km kamen wir an den CCS-Ladestationen an und luden in gewohnter Zeit bis 85-90%. Im Sommer besuchten wir bei gleicher Strecke 7 und jetzt bei 5°C bis -3°C eben 9 Ladestationen. Alle haben funktioniert- das ging also völlig problemlos. Die Gesamtfahrzeit wird nicht jeden schmecken. 13,5 Stunden sind kein Pappenstiel, aber wir sind’s gewohnt und außer Thomas und Jean-Pierre mit ’nem Tesla aus der Schweiz hatten wir wohl mit die weiteste Anreise. Um das Verkehrschaos um Hamburg zu umfahren, plante ich die Strecke ab Wolfsburg über die Landstraße, das zieht sich. Und dann zu wissen unter diesen widrigen Winterbedingungen mit dieser „pobligen“ Reichweite so gut durchzukommen, entschädigt für die vielen Stunden im Auto. Neben Ladesäuletester haben wir uns auch als Tester des goldenen „M“ erwiesen. 😲 Das ist überhaupt nicht nachhaltig aber bei der langen Fahrt und zu unmöglichen Uhrzeiten manchmal nicht anders zu machen. Da ist vom matschigen Burger bis stinkender Toilette alles dabei. Wenn die Ladestationen woanders platziert oder bei der Station eine bessere Essensinfrastruktur gesetzt wäre, würde ich das sehr begrüßen.

Nach der Fahrt am Freitag von 7:00-20:30 wurden wir dann von Uta mit einem leckeren Nudelauflauf begrüßt. Der harte Kern von E-Mobilisten war schon da und so bildete sich in Janbeck*s Cafè ein illustrer Stammtisch mit guten Gesprächen und Erfahrungsaustausch.

Am nächsten Tag füllte sich der Hof mit bestimmt über 20 Elektroautos. Elektroautofahrer und Interssierte versammelten sich auf dem Hof und im Cafè. Es gab interessante Vorträge. Die Mädels in der Küche zauberten leckere Suppen, die sie in riesigen Töpfen in der Ferienwohnung „Wasser“ anboten. Zum Kaffee noch ein großes Stück Trümmertorte- herrlich. „Uta warum trennen uns 700km!?“ Den Abend ließen wir an unserem „Stammtisch“ ausklingen und planten so nebenbei unsere Rückfahrt

Da wir ja Sonntag fuhren, wollten wir diesmal die Autobahn A7 um Hamburg nehmen. Trotz der vielen Baustellen ging es ohne große Verzögerungen bis nach Lüneburg, wo wir dann die Landstraße nach Wolfsburg fuhren. Bei einem Aufenthalt bei unseren neuen Bekannten aus dem Kroatien-Urlaub erholten wir uns von der Fahrt im Schneechaos, dass sich über Niedersachsen austobte. Dann „rutschten“ wir weiter- unserer Heimat immer näher. Nach einer gefühlt ewig langen Fahrt hinter zwei Schneepflügen mit 50km/h auf der Autobahn, ging es nach dem Überholen dieser und Feststellen, dass davor alles frei war, zügig weiter.

Der Schnee kostete uns schon etwas Zeit, aber der Golf brachte uns souverän durch die nicht geräumten Straßen. Auch auf dem Rückweg gab es keine Probleme mit den Ladestationen. Hier auch mal ein großes Dankeschön an alle Forumteilnehmer bei http://www.goingelectric.de, die Störungen und  andere Gegebenheiten eintragen.

Letzte Ladestation Schleifreisen am Hermsdorfer Kreuz- nicht vollladen und dann die letzten 70km nach Hause. 3:00 am Montag lagen wir im Bett.

Ich gebe zu, das möchte man nicht jede Woche machen. Aber es war wieder jeden Kilometer wert. Wir wissen nun auch, wie es ist weite Strecken im Winter zu fahren. Wurde auch mal Zeit.

Danke an Uta und Stephan Janbeck für euren Ruf, dem wir gefolgt sind.

Danke an die, die sich entscheiden werden, unser Treffen am 14.04.2018 zu besuchen.

Danke an Fam. H. aus Wolfsburg, die jedes mal etwas Neues zum eGolf erfahren 😉

Danke für die nur noch momentan ausreichende Ladeinfrastruktur- es muss mehr werden.

Danke an unsere Kinder, die diesen „Quatsch“ mitmachen ❤

Jetzt zieht wirklich Ruhe ein. Advent, Weihnachten und Jahreswechsel genießen.

In diesem Sinne Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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Die entscheidenden 3 Jahre

Am 16.10.2014 änderte sich für uns alles. An diesem Tag wurde unser eGolf zugelassen und mit der ersten Fahrt in die Zukunft sollte sich unser Leben komplett verändern.

Das Erste was sich änderte war unsere Einstellung zum Fahren. Wir wägten ab, ob diese Fahrt jetzt wirklich sein sollte. Konnte man diesen Weg mit einer anderen Erledigung verbinden? Wollte noch jemand zum Ersatz unser anderes Auto (Verbrenner) nehmen? Beide, Frank und ich, wollten eigentlich nur noch mit dem Elektroauto fahren. Nun starteten wir ja zur kalten Jahreszeit mit unserem Golf und der kleinen Reichweite, aber wir erreichten alles, was wir wollten. Das Vorhaben Wave Trophy prasselte auf uns ein und wir waren im Elektroautofieber. Das könnt ihr alles weiter vorn nachlesen. Durch die Kontakte, die wir durch unsere Unternehmungen machten, wurde  Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung immer wichtiger für uns. Vielen Dank an Janbeck*s, wo ich immer eine Lektion mit nach Hause nehme, an Alex Holtzmeyer in Steyerberg wo wir gelernt haben, dass man Wiese essen kann 😉 Ein Prozess des Umdenkens begann. Nicht nur das Leben mit der Sonnenenergie, dem Eigenverbrauch unseres eigens erzeugten Stroms und damit das Laden der Fahrzeuge, das Nutzen der Früchte und Rohstoffe der Natur und zurück zu den Ursprüngen, wurde die letzten 3 Jahre immer wichtiger für uns. Ich stellte mir Fragen wie: Mit was wasche ich meine Wäsche? Wie funktioniert eigentlich Seife? Muss es immer Duschbad aus der Plastikflasche sein? Warum gibt es nicht eine größere Auswahl an Getränken in Glasflaschen? Wie bewahre ich meine Vorräte zu Hause auf. Ist meine Plastikbehälterschublade nicht schon voll genug? Wo kaufe ich am besten regionale Produkte ein? Über diese Sachen dachte ich vorher eher weniger nach. Als DDR-Kind stellte sich die Frage schlichtweg nicht und nach der Wende war man doch froh, dass es das alles gab. Aber warum eigentlich? Was braucht man denn wirklich? Somit habe ich nach Gläsern und Glasflaschen geschaut. Diese werden aufgehoben und darin Sirup, Milch und Vorräte aufbewahrt. Selbst hergestellte Wachstücher eignen sich bestens zum Einwickeln und Abdecken von Lebensmitteln. Seife kann man in Papier verpackt kaufen und auch selbst herstellen. Damit ergibt sich wieder die Grundlage Putz- und Waschmittel herzustellen. Sicher ist es noch nicht perfekt, aber es geht nur Stück für Stück. Es darf nicht „wehtun“. Dann behält man es bei.

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So ist es auch mit dem Elektroauto. 2015 sind wir das letzte Mal mit einem „Verbrenner“ und Wohnwagen in den Urlaub gefahren. Durch die Wave Trophy haben wir aber so viel Erfahrung gemacht, dass wir das schnell abgehakt hatten. Schlimmer war der Gedanke auf den Wohnwagen zu verzichten. Doch auch diese Entscheidung haben wir getroffen und Leiden nicht darunter. Da der eGolf ja nun seit 2014 unser Erstauto ist und der Verbrenner weg sollte, holten wir uns im Juni 2016 unserem kleinen Twizy. Jetzt haben wir so viel Auto wie wir brauchen. Wir brauchen im Prinzip keinen Akku mit 75, 90 oder gar 100 kWh, keinen SUV- ich finde es auch alles schick und toll, aber wir brauchen es nicht zum (über-) leben. Seit anderthalb Jahren unabhängig von schwankenden Bezinpreisen, lästigen Tankstellenbesuchen und teuren Wartungsleistungen in der Werkstatt gehen wir konsequent unseren Weg weiter. Es entsteht langsam Ladeinfrastruktur und es wird immer einfacher von A nach B und auch C zu kommen.

Wir sehen uns auch zunehmend konfrontiert mit Kritik. Da stehen wir drüber. Denn die Verbrenner-Modelle werden auch in herkömmlichen Werken hergestellt. Keiner kümmert sich dort um Emmissionen und Energieverbrauch bei der Herstellung. Ein Elektroauto hat weniger Teile, somit weniger Produktionsaufwand, weniger Zulieferer. Weniger Wartung, keine Emissionen während des Betriebes. Jetzt kommt noch, dass Arbeitsplätze wegfallen. (Im sozialen, pflegerischen Bereich fehlen Tausende Arbeitskräfte.) Die Digitalisierung kommt in jedem Bereich. Berufe ändern sich, werden sogar vielfältiger, vielleicht sogar kundenorientierter.

Jeder kann an seinem persönlichen Fußabdruck arbeiten. Mit den Varianten, die sich nach dem Elektroautokauf aufgetan haben, tun wir etwas dafür. Es geht nicht nur darum Elektroauto zu fahren. (Fahrrad find ich auch besser- geht aber nicht.) Es ist ein Gesamtpaket und jeder, der uns nicht kennt, sollte sich erst einmal mit unseren vergangenen 3 Jahren auseinandersetzen.

Sonnige Grüße

 

Lange nix von uns gehört…

Seit meinem letzten Blogeintrag ist wieder viel passiert und auch der ganz normale Alltagswahnsinn mit Arbeit, Schule und anderen Verrücktheiten 😉 wollen bewältigt werden.

Dieses Jahr war es uns ja leider nicht vergönnt, die Wave Trophy mit zu fahren, aber wir schaffen uns unsere eigene Welle. Regional gibt es ja doch recht viel zu tun. So sind wir also schon am organisieren unseres nächsten Treffens. Es soll in Bad Elster stattfinden. An den Feinheiten feilen wir noch, aber eines ist uns nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort klar geworden: hier müssen wir etwas tun. Was durch diesen Ort an Verkehr fließt ist einfach unglaublich. LKW, Busse und Versorgungsfahrzeuge hinterlassen ihre Spuren in diesem doch herrlichen Kurort. Jeglicher Verkehr wälzt sich auf der Straße vorm König Albert Bad, Theater, Hotels und Kureinrichtungen. Wir wollen zeigen, wie angenehm sich Elektromobilität anfühlt.

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Wie angenehm sich Elektromobilität anfühlt konnte ich auch vergangenes Wochenende feststellen. Frank und ich machten uns auf den Weg zur Lipsia-e-motion. Für mich, als Fahrerin unseres e-Golf kein Problem, aber Frank absolvierte diese Tour mit dem Twizy.

Die Route plante ich im Vorfeld über die Landstraßen mit Ladepunkten, die für uns einen mindestens zweistündigen Aufenthalt bedeuteten. Der Twizy hat für uns eine Alltagsreichweite von etwas 60 km und so plante ich dann auch die Streckenabschnitte. Der erste Abschnitt sollte bis Zwickau zum Renault Autohaus Seidel reichen. Dort konnte man uns bei einem vorherigen Anruf nicht versprechen, ob wir an der vorhandenen Ladestation auch laden dürfen. Aber, wie es sich eben doch immer wieder bestätigt- ist alles ganz einfach. Ankommen, ansprechen, anstecken. Kleinen Obulus hinterlassen und mit einem Käffchen die Ladeweile genießen. So erging es Frank, der etwa 45 Minuten vor mir losgefahren ist. Er entschied sich für die kleinen Landstraßen und musste auch noch mit Widrigkeiten, nämlich gesperrten Straßen und Umleitungen kämpfen. Mit der Reichweite des Twizys kann man nicht mal eben 20 km umfahren. Aber wie ich bei einem Anruf unterwegs mit installierter Freisprecheinrichtung im Twizy 😉 erfuhr, war das alles ok. Ich fuhr aber doch etwas entspannter die Bundesstraße nach Zwickau und kam ca. 20 min. nach Frank an um auch einen Kaffee zu trinken und nicht zu laden.

Die nächste Etappe führte uns nur  38 km nach Altenburg. Nach knapp zwei Stunden Ladezeit im Autohaus war der Akku nach dem letzten Fahrprofil für 37 km geladen. „Reicht“, sagt Frank und los ging’s. Die Fahrt auf der Bundestraße 93 zehrte schon recht am Akku unseres Kleinen. Frank nahm es gelassen und fuhr eben etwas langsamer. Zum Glück war die Bundesstraße auch stellenweise vierspurig, sodass dann allzu genervte und von der Hektik getriebene Verbrennerfahrer vorbeifahren konnten. Mit doch 10 km Restreichweite kamen wir in Altenburg in der Wettinerstraße am Bahnhof an. Frank konnte dort kostenlos laden, ich musste mit dem Golf nicht. Hier machten wir einen längeren Ladehalt und aßen im Ratskeller auf dem Marktplatz gut zu Mittag.

Nach gut zwei Stunden starteten wir zur letzten Etappe nach Leipzig ins Westwerk. Auch hier die Reichweite geradeso zum Erreichen des Ziels. Aber was soll’s: Laden kann man überall! Bundesstraße 2 macht mit Twizy keinen Spaß, aber verschaffte uns ein schnelles Ankommen am Envia Vertriebsbüro in Markkleeberg, wo Frank den Twizy für ein paar Restkilometer ansteckte. Der Golf musste immernoch nicht Laden- es waren noch über 50 km Reichweite möglich. Nach 20 Minuten Fahrzeit durch Leipzig erreichten wir das Jahrtausendfeld zur Fahrzeugabnahme und steuerten dann das Westwerk an, wo Frank den Twizy neben Otto Schönbachs Twizy aus München abstellte. Im Vergleich zu ihm, war unsere Fahrt ein Klacks und auch Frank Beß aus Niedersachsen hatte wesentlich mehr Kilometer zurückgelegt um zur Lipsia-e-motion nach Leipzig zu kommen. Bis zur Eröffnungsveranstaltung waren es noch ein paar Stunden Zeit (auch als Elektromobilist ist pünktliches Erscheinen möglich), und somit fuhren wir auf unseren Campingplatz- ein Ladeparadies. Wir bauten unser Zelt auf und verpackten den Twizy gleich mit unter dem Überzelt, wo er angesteckt am Campingplatzstrom gleich geschützt war, vor dem herannahenden Gewitter. Mit dem Golf, der dann über Nacht auf dem Campingplatz geladen wurde, sind wir dann zurück in die Stadt gefahren. Hier im Westwerk trafen wir zur Eröffnungsveranstaltung gute und lieb gewonnene Bekannte wieder. Das Team der Lipsia-e-motion stimmte uns mit einem Progamm auf die bevorstehenden „Electric games“ ein. Das Konzept des Treffens erreichte an diesem Wochenende was es sollte: aufmerksam machen, dass Elektromobilität funktioniert, zusammenbringt und nachhaltig ist. An dieser Stelle somit ein großes Dankeschön an Lutz Förster und das gesamte Team hinter ihm. Die Programmpunkte waren mit Teamaufgaben, Flashmob an den Ladesäulen in Leipzig, Electric Avenue, Lipsia Night, 7-Brücken-Tour und Stadtführung super organisiert. Wir haben eine schöne Zeit hier verbracht und haben wieder viele Freunde kennen gelernt, Eindrücke und Erfahrugen machen dürfen. Frank hat die Einladung zum Bundestwizytreffen bekommen- das reizt schon.

Diese Erinnerungen nahmen wir mit nach Hause, auf unseren 8-Stündigen Heimweg, wieder über Böhlen, Altenburg, Zwickau. Die Rückfahrt hat genauso wenig weh getan, wie die Hinfahrt. Frank hatte zwar das schwierigere Fahrprofil aber der e-Golf als Begleitfahrzeug gab uns Sicherheit. Wir mussten uns nicht mit dem Laden des Golf’s stressen, weil er diese Strecke ohne Probleme mit einer Akkuladung geschafft hat. Entspanntes Fahren, entschleunigen, ausgeruht ankommen. Immernoch gilt: Der Weg ist das Ziel!